Es reden und träumen die Menschen viel
von bessern künftigen Tagen;
nach einem glücklichen, goldenen Ziel
sieht man sie rennen und jagen.
Die Welt wird alt und wieder jung,
doch der Mensch hofft immer Verbesserung.
Friedrich von Schiller
Also lautet ein Beschluss,
dass der Mensch was lernen muss!
Nicht allein das ABC
bringt den Menschen in die Höh;
nicht allein im Schreiben, Lesen
übt sich ein vernünftig Wesen;
nicht allein in Rechnungssachen
soll der Mensch sich Mühe machen -
sondern auch der Weisheit Lehren
muss man mit Vergnügen hören!
Wilhelm Busch
Nutze deine jungen Tage,
lerne zeitig, klüger zu sein.
Auf des Glückes großer Waage
steht die Zunge selten ein.
Du musst steigen oder sinken,
du mußt herrschen und gewinnen
oder dienen und verlieren.
Leiden oder triumphieren,
Amboss oder Hammer sein!
Johann Wolfgang von Goethe
Es gibt nur ein Mittel,
sich wohl zu fühlen:
man muß lernen,
mit den Gegebenheiten
zufrieden zu sein
und nicht immer das verlangen
was gerade fehlt.
Theodor Fantane
Das macht den vollendeten Charakter aus:
Jeden Tag so leben,
als wäre es der letzte,
und weder erregt
noch verkrampft
und unecht zu sein.
Marc Aurel
In meinem Garten die Nelken
mit ihrem Purpurstern
müssen nun alle verwelken,
denn du bist fern.
Auf menem Herde die Flammen,
die ich bewacht so gern,
sanken in Asche zusammen,
denn du bist fern.
Die Welt ist mir verdorben,
mich grüßt nicht Blume, nicht Stern;
mein Herz ist lange gestorben,
denn du bist fern.
Emanuel Geibel
Greift zum Becher und laßt das Schelten!
Die Welt ist blind.
Sie fragt, was die Menschen gelten,
nicht, was sie sind.
Uns aber laßt zechen – und krönen
mit Laubgewind`
die Stirnen, die noch dem Schönen
ergeben sind!
Und bei den Posaunenstößen,
die eitel Wind,
laßt uns lachen über Größen,
die keine sind!
Heinrich Leuthold
Ich bin ein Geist im Geisterland,
umgeben von Licht und Helle.
In eure Schattenwelt
sei das goldene Licht gesandt.
Ich sende das Licht der Wahrheit,
damit sich erhebe eure Seele,
um zu trocknen der Waisen Tränen,
um zu trocknen der Witwen Augen.
Fürchtet euch nicht vor dem Sterben,
denn es öffnet die Pforte zu einer Welt der Freude.
Cyril Scott
Ein Federchen flog über Land;
Ein Nilpferd schlummerte im Sand.
Die Feder sprach:
Ich will es wecken.
Sie liebte, andere zu necken.
Auf`s Nilpferd setzte sich die Feder
und streichelte sein dickes Leder.
Das Nilpferd öffnete den Rachen
und musste ungeheuer lachen.
Ringelnatz
Wenn der September noch donnern kann,
dann setzen die Bäume viele Blüten an.
Auf großen Raum pflanz`einen Baum
und pflege sein, er bringt dir`s ein.
Späte Rosen im Garten,
der Winter läßt warten.
Die Rübe will gerüttelt sein,
wenn sie soll gedeihen fein.
Eine gute Kirschblüte tut sagen,
daß wir auch eine gute Wein-
und Kornblüte werden haben.
Holunder tut Wunder.
An den hohen Bäumen merkt man
am besten, woher der Wind weht.