Nov 16 2008

Gedicht Friedrich von Schiller

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Es reden und träumen die Menschen viel

von bessern künftigen Tagen;

nach einem glücklichen, goldenen Ziel

sieht man sie rennen und jagen.

Die Welt wird alt und wieder jung,

doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Friedrich von Schiller


Nov 02 2008

Gedicht von Wilhelm Busch

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Also lautet ein Beschluss,

dass der Mensch was lernen muss!

Nicht allein das ABC

bringt den Menschen in die Höh;

nicht allein im Schreiben, Lesen

übt sich ein vernünftig Wesen;

nicht allein in Rechnungssachen

soll der Mensch sich Mühe machen  -

sondern auch der Weisheit Lehren

muss man mit Vergnügen hören!

Wilhelm Busch


Okt 26 2008

Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Nutze deine jungen Tage,

lerne zeitig, klüger zu sein.

Auf des Glückes großer Waage

steht die Zunge selten ein.

Du musst steigen oder sinken,

du mußt herrschen und gewinnen

oder dienen und verlieren.

Leiden oder triumphieren,

Amboss oder Hammer sein!

Johann Wolfgang von Goethe


Okt 19 2008

Ein kleiner Trost

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Es gibt nur ein Mittel,

sich wohl zu fühlen:

man muß lernen,

mit den Gegebenheiten

zufrieden zu sein

und nicht immer das verlangen

was gerade fehlt.

Theodor Fantane


Okt 12 2008

Charakter

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Das macht den vollendeten Charakter aus:

Jeden Tag so leben,

als wäre es der letzte,

und weder erregt

noch verkrampft

und unecht zu sein.

Marc Aurel


Okt 05 2008

Du bist fern

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

In meinem Garten die Nelken

mit ihrem Purpurstern

müssen nun alle verwelken,

denn du bist fern.

Auf menem Herde die Flammen,

die ich bewacht so gern,

sanken in Asche zusammen,

denn du bist fern.

Die Welt ist mir verdorben,

mich grüßt nicht Blume, nicht Stern;

mein Herz ist lange gestorben,

denn du bist fern.

Emanuel Geibel


Sep 28 2008

Trinklied

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Greift zum Becher und laßt das Schelten!

Die Welt ist blind.

Sie fragt, was die Menschen gelten,

nicht, was sie sind.

Uns aber laßt zechen – und krönen

mit Laubgewind`

die Stirnen, die noch dem Schönen

ergeben sind!

Und bei den Posaunenstößen,

die eitel Wind,

laßt uns lachen über Größen,

die keine sind!

Heinrich Leuthold


Sep 21 2008

Der Junge mit den lichten Augen

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Ich bin ein Geist im Geisterland,

umgeben von Licht und  Helle.

In eure Schattenwelt

sei das goldene Licht gesandt.

Ich sende das Licht der Wahrheit,

damit sich erhebe eure Seele,

um zu trocknen der Waisen Tränen,

um zu trocknen der Witwen Augen.

Fürchtet euch nicht vor dem Sterben,

denn es öffnet die Pforte zu einer Welt der Freude.

Cyril Scott


Sep 14 2008

Die Feder

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Ein Federchen flog über Land;

Ein Nilpferd schlummerte im Sand.

Die Feder sprach:

Ich will es wecken.

Sie liebte, andere zu necken.

Auf`s Nilpferd setzte sich die Feder

und streichelte sein dickes Leder.

Das Nilpferd öffnete den Rachen

und musste ungeheuer lachen.

Ringelnatz


Sep 07 2008

Bauernweisheiten

Tag: Gedichte,PeterDonPetro @ 12:00

Wenn der September noch donnern kann,

dann setzen die Bäume viele Blüten an.

Auf großen Raum pflanz`einen Baum

und pflege sein, er bringt dir`s ein.

Späte Rosen im Garten,

der Winter läßt warten.

Die Rübe will gerüttelt sein,

wenn sie soll gedeihen fein.

Eine gute Kirschblüte tut sagen,

daß wir auch eine gute Wein-

und Kornblüte werden haben.

Holunder tut Wunder.

An den hohen Bäumen merkt man

am besten, woher der Wind weht.


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